Kunterbunte Strick-Tipis als Zeichen für Verbundenheit und Gemeinschaft – das ist eines der Herzensprojekte der Kunstpädagogin und Künstlerin Ute Lennartz. Als sie anlässlich der Dreharbeiten zur Frau-TV-Spezialsendung „Die Welt ein bisschen besser machen“ Dr. Auma Obama kennenlernte, entstand die Idee, auch für die Sauti Kuu Foundation in Kenia ein farbenfrohes Tipi anzufertigen. Wie aus dieser Idee im Dezember 2015 Wirklichkeit wurde, erzählt sie in ihrem Bericht:

Das Tipiprojekt hat ein ausgearbeitetes und funktionierendes Konzept, das für Verbundenheit, Gewebe, Kommunikation und Gemeinschaft steht – grundlegende Werte, die weltweit verstanden und gefühlt werden. Mittlerweile gibt es 17 dieser besonderen Räume: ein Tipi in den USA, eines in der Schweiz, nun eines in Kenia und im März 2016 wird ein Tipi an der Universität in Taipeh/Taiwan anlässlich des Very Fun Park-NTU aufgestellt. Das Kunstprojekt erklärt sich durch die Benutz- und Fühlbarkeit von selbst, und schafft einen besonderen Raum. Viele soziale Organisationen, und sehr viele unterschiedliche Menschen haben bisher mitgestrickt: jeder nach seinem Muster und als wichtiger und unverzichtbarer Teil des Gesamtgewebes.

Ende Dezember 2015 war es soweit, ich flog mit meiner Tochter nach Kenia, wir durften in Alego zu Gast sein und sammelten unvergessliche Eindrücke. Die Stiftung will Menschen im ländlichen Kenia Chancen auf eine bessere Zukunft eröffnen. Aktuell baut die Stiftung das Sport- und Ressourcencenter in Alego. Dort sollen wichtige Fähigkeiten, neues Wissen und soziale Kompetenzen erworben werden. Ein Ansatz, der Landflucht eine Alternative entgegenzusetzen, ein Aufzeigen anderer Möglichkeiten einer beruflichen Existenz in ihrer Heimatregion.


Unser Besuch

Durch unsere Busfahrt von Nairobi nach Alego sahen wir viel von diesem schönen Land. Wir durften bis zur Weihnachtsfeier bei Sauti Kuu leben und übernachten, lernten viel über nachhaltige Agrikultur, nahmen an den Aktivitäten der Jugendlichen teil, und staunten über die liebevolle, ganzheitliche, motivierte und sehr qualifizierte Arbeitsweise. Das gesamte Team ist großartig. Wir durften bei der Essenbereitung helfen, was mit Sicherheit nachhaltige Eindrücke hinterlassen hat. Wunderbar!

Die jungen Menschen arbeiteten zusammen, probierten alle Materialien aus und zeichneten, malten, stickten, häkelten, obwohl sie manches vorher sicher noch nicht gemacht hatten. Das entstandene Wandbild gab Auskunft über das große Potenzial dieser Gemeinschaft und der positiven Atmosphäre. Wir waren sehr berührt. Im Anschluss daran gab es eine Reflektionsrunde, es wurde das theoretisch besprochen, was praktisch entstanden war und ganz zu Beginn besprochen wurde. So entstand ein reflektierter Rahmen, der nochmals schriftlich fixiert wurde. Am nächsten Tag fertigten alle Jugendlichen Teile eines Sauti Kuu-Banners an, das zur Weihnachtsfeier am 20. Dezember aufgehangen wurde. Insgesamt entstand aus zehn Einzelstücken ein Banner, das wiederum in der großen Runde präsentiert und besprochen wurde.

Der Aufbau 

Im Anschluss an den Workshop bauten wir gemeinsam das Gestänge für das Tipi auf. Auch daran nahmen alle Jugendlichen Teil, es wurde erklärt, um was für eine Konstruktion es sich handelt, dass es sich um eine sehr alte und traditionelle Zeltbauweise handelt, wofür ein Zelt steht (Schutz, Gastfreundschaft und Mobilität), und alle Jugendlichen halfen. Jedes Wissen wurde geteilt und weitergegeben, die Jugendlichen stabilisierten und probierten aus.

Die folgenden Tage warteten wir auf die Tipihaut und nahmen am Programm bei Sauti Kuu teil: Sport und Tanz, wir besuchten den Markt, lernten viel über das Leben dort und bestaunten die Umgebung, es war wunderbar!

Die Einweihung

Zur Weihnachtsfeier wurden die Jugendlichen und Eltern, wichtige Persönlichkeiten aus der Umgebung und Nairobi eingeladen. Die Jugendlichen führten ihre Tänze und Sprachvorführungen auf, es gab Reden und gutes Essen, das bereits schon seit dem Vortag vorbereitet wurde. Die Frauen brachten ihre Ziegen mit, Zeichen dafür, das der eigene Garten Erfolg hat: Dinge, die sie bei Sauti Kuu lernen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten und die Familien ernähren zu können. Alles war geschmückt, jeder machte mit, und war stolz, die Stimmung war großartig!

Aufgrund von Zollschwierigkeiten ließ die Lieferung der Tipihaut auf sich warten, kam dann aber doch noch an und im Anschluss an die Feier bauten wir gemeinsam auf. Das Tipi wird an diesem wunderbaren Ort stehen bleiben, und als Kommunikationsraum und Ort der Besinnung genutzt, einen besseren Ort kann es nicht geben! Vielen Dank für alles!